Benvenuto a Roma!

Städtetrip in die Ewige Stadt

Flimmernde Hitze liegt über der staubtrockenen, mediterranen Landschaft. Vom Zirpen der Zikaden begleitet, tummeln sich zahlreiche römische Bürger, Heilige, Gladiatoren, Künstler und Wissenschaftler in ihren traditionellen Gewändern in den Straßen. Es herrscht reges Treiben auf den italienischen Marktplätzen. Dabei strotzt ein heiliger Tempel nach dem anderen so vor kunstvoller, architektonischer Meisterleistung. So ähnlich muss das Leben im alten Rom ausgesehen haben. Als “Ewige Stadt” galt sie seit jeher als Hauptort der Region “Latium” sowie als historische Hauptstadt des Römischen Reichs und des Kirchenstaats. Kaum vorstellbar, dass sie bereits so lange existiert wie Menschen leben. Damit genoss sie ein einzigartiges Alleinstellungsmerkmal in der Welt, was selbstverständlich auch viele Weltbürger anlockte. Schon im 1. Jahrhundert n. Chr. zählte Rom angeblich bereits zu einer multikulturellen Millionenstadt. Trotz Untergang des Weltrömischen Reichs, gilt die italienische Hauptstadt bis heute als Zentrum des Abendlandes. Seit dem Mittelalter wird Rom unter den Geistlichen, als wichtigster Wallfahrtsort des Christentums neben dem spanischen Santiago de Compostela verehrt. Doch Roms Historie als Hauptstadt Italiens reicht nicht so weit zurück. Erst im Jahre 1871 gilt sie offiziell als Regierungssitz Italiens, was bedeutete, dass die italienische Regierung von Florenz aus umzog und der verfeindete Kirchenstaat eingegliedert wurde.

Dennoch finden sich ihre ewigen Spuren in unserer Welt bis heute wieder. Somit prägt das antike, romanische Stadtrecht unsere heutige europäische Rechtsordnung. Auch die als heute geltende “tote Sprache” Latein, die sich vor allem im südwestlichen Mittelmeerraum ausbreitete, prägte dort erheblich die Entstehung unserer romanischen Sprachen. Bis heute findet sich das klassische Latein (lingua franca) u.a. in der Wissenschaft, Diplomatie, Kunst und Philosophie noch wieder. Aber auch die künstlerischen Schöpfungen und historischen Zeugnisse hinterlassen einen bleibenden Eindruck bei seinen Besuchern, denn die ”Roma capitale” ist antik, altertümlich und romanisch und gehört bis heute zu den geschichtsträchtigsten Städten unserer Menschheit. Als drittgrößte Stadt Europas mit ca. 4 Millionen Einwohnern ist sie reich an heiligen Bauwerken, Museen, Denkmälern und natürlich auch Touristen. Nicht umsonst zählt sie zu einer der größten Kulturstätten weltweit. Auch in der Welt der Berühmtheiten ist Rom beliebt, zählen VIPs wie Laura Biagiotti, Eros Ramazzotti, Sophia Loren und der spanische König Juan Carlos I. zu den Töchtern und Söhnen der römischen City. Auch der Schauspieler Bud Spencer fand 2016 hier seine letzte Ruhe. 

“Alle Wege führen nach Rom.” Auch mich verschlug es für eine Woche zum Städtetrip im September 2019 zusammen mit meiner Reisebegleitung nach Rom - als meine letzte Reise bevor die Welt eine andere wurde.

Anfahrt

Hinflug

Aus Richtung Hamburg kommend, erreicht man Rom per Flugzeug in ca. 2,5 Stunden, zum Beispiel vom Abflughafen “Hamburg Airport Helmut Schmidt” (HAM) in Fuhlsbüttel zum Zielflughafen “Aeroporto di Roma-Fiumicino Leonardo da Vinci” (FCO) in Rom-Fiumicino. Dies ist natürlich von gewählter Strecke und gewähltem Verkehrsmittel unterschiedlich. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten anzukommen. Man sollte sich daher vorher die genaue Strecke aussuchen, um möglichst viel Zeit am Urlaubsort zu verbringen.

Bei Ankunft am Hamburger Flughafen blickten wir gleich zu Beginn zufällig in ein uns bekanntes Gesicht. Direkt am Priority Check-In der Eurowings stand der deutsche Schauspieler Hannes Jaenicke abflugbereit. Nach unserer Ankunft zwei Stunden vor Abflug, lief sowohl der Check-In bei der Eurowings als auch der Gang durch die Sicherheitskontrolle reibungslos ab. Unsere Wartezeit am Gate verging ebenfalls wie im Flug und wir waren froh das Land zu verlassen, denn mitten im September zeigt es sich mal wieder wettertechnisch von seiner bescheidensten Seite. Um nicht zu sagen - es herrschte Hamburgs typisches Schiietwetter! Genau diese Wetterumstände sollten uns auf dem Flug begleiten und führten ab und an zu holprigen Bewegungen. Auch über Italien sah es weiter nördlich nicht unbedingt anders aus. Statt Sonnenschein begleiteten uns hier graue Wolken. Doch schon weiter südlich färbte sich die Landschaft in eine trockene, rot-bräunliche Gegend.

Kaum gelandet, ging es auch schon mit dem Bus zum Eingang des Flughafens und in Richtung Gepäckausgabe, an welcher wir warteten und warteten und warteten…..“I corso - in progress” stand auf der Anzeige gefühlt stundenlang, doch kein Koffer in Sicht. Ich glaube, ab diesem Zeitpunkt begrüßte uns schon die südeuropäische Gemütlichkeit. Hier ging alles schön piano zu! 

Dafür kam dann wieder ganz schön Wind auf, als wir endlich unsere Koffer hatten und raus zu den Taxis stürmten, wo bereits hoher Andrang herrschte. Na toll, sollten wir jetzt hier auch wieder stundenlang warten? Die wild gestikulierenden Taxifahrer, welche sich lautstark untereinander ihre Fahrten aufteilten, überforderten uns im ersten Augenblick. Wieder einmal wurden wir von der italienischen Mentalität überrumpelt. Kurz darauf löste sich plötzlich die Warteschlange auf, als dann ein Taxifahrer auch endlich auf uns zu kam. Wir sollten bei ihm mitfahren. Hinten auf der Rückbank sitzend ging das Geschnattere dann weiter. Wir hatten einen äußerst geschwätzigen Taxifahrer erwischt, welcher alles von uns wissen wollte! Wo wir herkämen, wie das Wetter dort sei, wie lange wir blieben und so weiter. Ich beantwortete ihm all seine Fragen gerne auf Englisch, denn dafür reichten meine Italienischkenntnisse auf keinen Fall aus! Er selbst unterhielt uns die gesamte Fahrt mit Infos über ihn selbst, das Wetter und den römischen Straßenverkehr. Dabei erfuhren wir, dass er 58 Jahre alt war, einen Sohn und drei Töchter hatte, denen er zwischendurch Bescheid geben musste, dass er etwas später zum Abendessen kommen würde. Von Rom bekamen wir so gut wie nichts mit, da es bei unserer Ankunft bereits dunkel war. Bei solch einer gastfreundlichen Begrüßung gleich zum Beginn unserer Ankunft in Rom, bedankten wir uns gerne bei ihm mit einem Trinkgeld. Auch er empfahl uns nun zu entspannen und wünschte uns viel Spaß bei unserem Städtetrip.

Rückflug

Am letzten Tag unserer Städtereise ließen wir über unser Hotel ein Taxi zurück zum Flughafen Rom-Fiumicino bestellen, auf welches wir nach unserem Check-Out gegen 11:45 Uhr (bis 12 Uhr) draußen auf der Terrasse warteten und dabei noch die letzten Sonnenstrahlen einfingen, bevor es wieder ins ewig kalte Grau nach Deutschland ging. Nach nur wenigen Minuten fuhr uns dann ein älterer Herr, der uns anfangs nicht so recht verstand, in ca. 30 Minuten zum Flughafen und setzte uns statt am Terminal 1 am Terminal 3 ab. 

Die sonnendurchflutete Eingangshalle des Terminals erfreute uns, aber der Blick auf die Check-In Schlange leider nicht. Diese wurde am Ende immer länger, da auch hier wieder kein Anschein von Eile herrschte. Die Dame am Check-In Schalter trödelte in aller Seelenruhe vor sich hin und rief erst später eine zweite Kollegin zu sich. Dann ging die ganze Sache etwas schneller, wenn auch nur minimal.

Nachdem wir alles ausgetrunken hatten, passierten wir mit unserem Boardingpass die Sicherheitskontrolle, an welcher ein Security-Mann darauf aufpasste, dass es zu einem reibungslosen Passieren der Ticketbarrieren kommt. Die Kontrolle verlief im Gegensatz zu den anderen Abläufen relativ zügig und dahinter führte eine Rolltreppe uns hinauf zu den Shops und Gates. Während sich an unserem Gate die Menschenmengen häuften und langsam einreihten, ging es hier wieder deutlich im italienischen Tempo zu. Ein Bus brachte uns später direkt zum Flugzeug, dessen Abflug sich aufgrund der Kofferabfertigung etwas verzögerte. Wen wundert’s? Nichtsdestotrotz wurden wir mit einem herrlichen Blick auf das azurblaue Mittelmeer bei unserem Abflug belohnt.

Dank Flightradar24 erfuhren wir im Nachhinein, dass unser Flug sowohl über Bologna, die Alpen, Nürnberg und Erfurt, als auch über meinen Heimatort im Harz in Richtung Hamburg führte. 

Geografie

Umgeben von einer bergreichen Landschaft thront die “Ewige Stadt” bis heute immer noch östlich des “Stiefels”. Mittig der italienischen Halbinsel befindet sich Rom ca. 35 Kilometer östlich vom Tyrrhenischen Meer entfernt. Dabei durchkreuzt der Tiber schlangenartig die Stadt. Das Zentrum unterteilt sich bei den Römern in 15 municipi (Gemeinden), welche in römischen Zahlen angegeben werden, 4 Stadtbezirke und 155 Stadtbereiche. Dabei zählte Rom früher nur 14 municipi, doch mit der Gemeinde Fiumicino gewann sie eine dazu. Und noch eine Besonderheit gehört zur Gliederung der antiken Stadt. Hier ist immer wieder seit jeher von “Hügeln” die Rede. Rom zählt heute insgesamt 10 Hügel. Diese lauten:  Palatin, Aventin, Kapitol, Quirinal, Viminal, Esquilin, Caelius sowie in der Neuzeit hinzugekommen Gianicolo, Vaticano und Pinicio. Dabei sollte auch nicht unterschätzt werden wie steil es in Rom werden kann. 

Tipps zur Orientierung: Beim ersten Blick auf die Stadtkarte, bemerkte ich, dass es gar nicht so leicht ist, sich hier zurechtzufinden. Auf mich wirkte Rom im ersten Moment “unstrukturiert”, so wie ich es von moderneren Städten eigentlich nicht gewohnt war. Auch vor Ort inmitten des Stadtzentrums können die Gassen plötzlich enger und schattiger werden, sodass man schnell Gefahr läuft, sich hier zu verirren. Wer aber zum ersten Mal in Rom unterwegs ist, kann sich zunächst am östlich fließenden Tiber orientieren. Die meisten berühmten Sehenswürdigkeiten lassen sich östlich des Flusses finden, wohingegen der Vatikan im Westen bestaunt werden kann.

Historie

Über Rom gibt es so viel zu sagen, dass auch seine Historie nicht unerwähnt bleiben sollte. Die ewige Stadt kann stolz auf eine drei jahrtausendealte Geschichte zurückblicken. Damals galt Rom selbst als ein unabhängiger Stadtstaat, welcher einen Großteil des antiken Mittelmeerraums einnahm. So etwas kann nicht jede europäische Hauptstadt von sich behaupten und auch ihre Gründungslegende ist einzigartig. Die berühmte Sage von Romulus und Remus, welche dem ein oder anderen aus dem Geschichtsunterricht noch bekannt vorkommen sollte, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Als Zwillinge des Gottes Mars und der Königstochter Rhea Silvia, wurden sie auf dem Tiber ausgesetzt und sich ihrem Schicksal selbst überlassen. Die Legende besagt, dass die beiden von einer Wölfin gesäugt und einem Hirten weiter aufgezogen wurden. Die Stelle, an der sie als Säuglinge aufgefunden wurden, sollte den beiden als Gründungsort einer Stadt dienen. Doch das Schicksal der Zwillingsbrüder endete tragisch. Während Romulus sich ans Werk machte und die Stadtmauer errichtete, machte sich sein Bruder Remus über die Höhe lustig, da diese viel zu niedrig ausfiel. Die beiden stritten sich und Romulus brachte seinen eigenen Bruder Remus um. Und siehe da - “Sieben-fünf-drei: Rom kroch aus dem Ei”. Die Historie besagt bis heute, dass 754 v. Chr. als das legendäre Gründungsjahr Roms gilt. Seit jeher wechselte Rom über die Jahrtausende hinweg stetig seine Regierungsform. Ob zunächst als Königreich, Republik, Kaiserreich oder Diktatur - in Rom regierten viele machthungrige Herrscher wie zum Beispiel u.a. der berühmte Diktator Gaius Julius Caesar, welcher 44 v. Chr. ermordet wurde.

Auch in Sachen Fortschritt, konnte sich Rom zu seiner Zeit durchaus sehen lassen. Eine rasch wachsende Bevölkerungszahl erforderte ebenfalls eine gut ausgebaute und moderne Infrastruktur. So verfügte Rom als eine der ersten Städte über ein funktionierendes Trinkwasser- bzw. Abwassersystem, ein ausgebautes Straßennetz sowie Feuerwehr und Polizei, welche für Sicherheit und Schutz in der römischen Stadt sorgten. Roms erster Kaiser Augustus ließ die Stadt stetig weiter ausbauen und in der Zeit der Flavischen Dynastie (69-96 n. Chr.) entstanden bis heute eine Vielzahl der weltberühmten Baudenkmäler wie zum Beispiel das Kolosseum oder die Maxentiusbasilika im Forum Romanum. Auch die typisch großen Thermalanlagen prägten das Stadtbild und den Lebensstil der Römer.

Leider zerstörte der große Brand unter Kaiser Nero viele der berühmten Bauwerke und auch danach ging es mit der Ewigen Stadt nicht gerade bergauf. Es folgten viele Bürgerkriege, Plünderungen und die aufblühende Ära des Römischen Reichs neigte sich nach 660 in der Spätantike dem Ende entgegen. Ein enormer Abstieg von einer Millionenmetropole auf nur wenige 10.000 Einwohner sorgten für ein stark entvölkertes Rom. Doch unter der Regierung von Karl dem Großen, dem Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, erlebte Rom wieder ein Aufblühen seines Stadtbildes, denn zahlreiche berühmte Bauten wie wir sie heute kennen, wie zum Beispiel der Petersdom und sämtliche Piazzas mit ihren aufwendig skulpturierten Brunnen und Obelisken, entstanden in der Zeit des Barocks und der Renaissance. Somit erlebte die Stadt gegen Ende des 19. Jahrhunderts endlich wieder einen Zuwachs an Einwohnern seit der Antike.

Im Zweiten Weltkrieg blieb auch die roma capitale nicht verschont und wurde diktatorisch von Benito Mussolini mit dem “Marsch auf Rom” 1922 angeführt. Es folgten Bombardierungen, Besetzungen der Deutschen sowie zahlreiche grausame jüdische Deportationen in die Konzentrationslager.

Nach dem der gewaltsame Krieg endlich ein Ende fand, erlebte auch Italien, genau wie Westdeutschland, ein Wirtschaftswunder, bei welchem viele Großwohnsiedlungen errichtet wurden und die Bevölkerungszahl sich nach dem Krieg wieder erholte. Doch Rom ist und bleibt eben Rom. Altertümlich, antik und stark restaurierungsbedürftig. Somit sorgen bis heute strukturelle Probleme im Verkehr, der Müllentsorgung sowie Mafiaskandale und notwendige Baumaßnahmen immer wieder zu Diskussionen. Seit den 1970er Jahren sind die Randgebiete schlecht erschlossen und Restaurierungsarbeiten in der Altstadt sowie Modernisierungsmaßnahmen an Bauplanungen von Tiefgaragen oder U-Bahnen werden am Denkmalschutz gehindert.

Verkehr

Schon kurz nach unserer Ankunft in Rom, wurden wir Zeugen des typisch römischen Verkehrs. Die Straßen nahe des Flughafens in Richtung Autobahn (A91) waren völlig überfüllt und auf der Autobahn selbst ging es dann kurzzeitig nur schleppend voran. Unser kontaktfreudiger Taxifahrer verriet uns, dass hier Stau herrscht, weil die meisten Römer:innen sonntagabends nun alle vom Strand kämen. Dabei konnte ich mich weniger auf seine Erläuterungen konzentrieren, da ich ständig auf die vor uns fahrenden Autos aufpassen musste - und das obwohl ich nur Beifahrerin war! Alle Italiener schienen ein “Einreihungsproblem” zu haben und die Linien der Straßenspuren nicht so ernst zu nehmen. Gerne wurde sich auch neben uns einfach vorbei gedrängelt. Unglaublich!

Inmitten des Zentrums von Rom geht es ebenfalls quirlig zu. Ob Autos, Transporter, Mofas oder Vespas - sie fahren laut, schnell, kreuz und quer. Selbst durch die engsten Gassen quetscht sich noch der Amazon Liefertransport. Jeden Tag wirkten die Straßen Roms überfüllt und der Straßenverkehr verrückt. Es herrschte Chaos! Dauernd hörte man Krankenwagen- und/oder Polizeisirenen. Achtung: Tinitus-Gefahr!

Und noch etwas bereitete uns jedes Mal aufs Neue Sorgen - die Straßenüberquerung. Ich kann hier regelrecht von Respekt reden, da einfach niemand anhält! Statt anzuhalten, wenn man sich brav an den Zebrastreifen stellt, überfahren die Autos völlig dreist den Fußgängerüberweg. Selbst die Polizei machte sich nichts draus und überfuhr sogar die Überquerung als wir Fußgänger grün angezeigt bekamen. Apropos grün! Das Ampelsystem zeigt den Fußgängern neben den gängigen Farben grün und rot, ein gelbes Licht mit einem Countdown an. 

Kleiner Tipp: Reiht euch am besten in eine größere Touristengruppe ein (und die gibt es in Rom genügend) und lasst jemand anderen den Vortritt. Irgendeiner erbarmt sich immer als erstes die Straße zu überqueren. 

Wer in Rom den Bus wählt, um von A nach B zu kommen, hat eine gute Wahl getroffen. Denn das Busnetz ist hier sehr dicht. Tickets (biglietti) bekommt ihr zunächst an Kiosken, Zeitungsständen, Touri-Infos, Tabakläden oder Reisebüros. Die Preise sind hierfür wie folgt:

BIT = Einzelfahrt (100 Minuten)

1,50€ p.P. 

Zur unbegrenzten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für 100 Minuten. Beim Umsteigen erneut entwerten.

ROMA 24h 

7,00€ 

Zur unbegrenzten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für 24 Stunden ab dem Zeitpunkt der Entwertung.

ROMA 48h

 

 

 

12,50€

Zur unbegrenzten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für 48 Stunden ab dem Zeitpunkt der Entwertung.

ROMA 72h

18,-€

Zur unbegrenzten Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel für 72 Stunden ab dem Zeitpunkt der Entwertung.

CIS  = Wochenkarte (7 Tage)

 24,-€

Wochenpass zur Nutzung des Nahverkehrs ab dem Zeitpunkt der Entwertung bis Tage 7 Betriebsende. Auch wochenübergreifend nutzbar. 

In unserem Fall wählten wir die Einzelfahrkarte für 1,50€ pro Person. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, diese auch abzustempeln, was wir absichtlich nicht getan hatten, um die Gültigkeit zu verlängern. Bitte nicht nachmachen!

Von unserem Hotel in Gianicolo aus, wählten wir jeden Tag den Bus Nr. 75 als Verkehrsmittel, um ins römische Stadtzentrum zu gelangen. Dieser hält u.a. am Circus Maximus (Viale Aventino/Via di San Gregorio) sowie direkt vor dem Kolosseum (Via Celio Vibenna), oder aber auch ein Stopp weiter, nahe der Touristeninformation (Piazza del Colosseo) in Richtung Via dei Fori Imperali. Damit seid ihr schon nahe der wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Weitere wie zum Beispiel der Bus Nr. 44 hält ein Stückchen weiter an der Piazza Venezia. 

Die Busse wirkten jedoch auf unseren Fahrten etwas klapprig, was auch am Straßenzustand gelegen haben kann. Aus einem Mix von Asphalt und Kopfsteinpflaster gepaart mit Schlaglöchern ging es hier oft holprig zu. Von Außenbeschriftungen sowie Haltestellenansagen ganz zu schweigen. Die Bushaltestellen erkennt ihr übrigens an den meist gelben Stangen und den weißen großen Schildern daran, welche die Aufschrift “Fermata” (dt.: Haltestelle) beinhaltet. Die regelmäßig verkehrenden Linienbusse sind darauf mit einem “U” gekennzeichnet. Steigt also auf jeden Fall immer in diesen ein, falls ihr euch nicht sicher seid. Auch wir stellten uns jeden Vormittag erneut an die Bushaltestelle und warten und warteten und warteten… Moment mal, das kam uns doch bekannt vor? Hier könnt ihr natürlich Fahrpläne vorher in- und auswendig studieren - doch der Bus kommt, wenn er kommt. Typisch Italien! 

Wetter

Auch wenn ich leider anfangs mit Erkältungssymptomen in Deutschland die Reise angetreten habe und mich eher kränklich statt urlaubsfreudig fühlte, tat das Klima in Rom sein Übriges. Kaum hatte ich dort eine Nacht in der subtropischen Klimazone verbracht, waren meine Krankheitsanzeichen spurlos verschwunden!

Auf unserer Romreise genossen wir den noch sehr warmen und mediterranen Spätsommer, welcher sich laut unserem Taxifahrer bis in den Oktober hineinzieht. Das sommertrockene Klima bescherte uns fast täglich 30 °C und erreichte meist am Nachmittag seinen Höhepunkt. Wir schwitzten uns in der Stadt oftmals ab und suchten unter den vielen schattigen Pinien ein kühles Plätzchen. Doch eines Morgens erlebten wir auch einen diesig-grauen Himmel, welcher sich Gott sei Dank schnell auflöste, uns aber am Ende des letzten Reisetags bewölktes und windigeres Wetter mit ein paar Regentropfen bescherte. Es war wohl Zeit sich zu verabschieden!

Achtung: Bei diesen heißen Temperaturen im Sommer solltet ihr unbedingt genügend Wasser mitnehmen, ab und zu Abkühlung im Schatten unter den römischen Pinien suchen oder eine der öffentlichen Kirchen besichtigen (wichtig: Knie und Schultern bedecken!)

Hotel

Als Unterkunft diente uns das wunderschöne “Grand Hotel del Gianicolo”, welches mit seinem typisch römischen Innendesign aus Marmor und aufwendig bestickten Möbeln im Renaissancestil unseren ersten Rombesuch versüßte. Das in mediterranen Tönen aus orange und vanillegelb gehaltene Hotelgebäude überzeugt durch seine ideale Lage auf dem gleichnamigen Hügel Gianicolo und ist damit perfekt als Ausgangspunkt für einen Städtetrip gelegen. Von hier aus erreicht man zu Fuß oder per Bus sowohl den Tiber, das römische Zentrum, als auch den Vatikan mit seinem Petersdom.

Schon die Einfahrt zum Hotel begrüßte uns mit seinem “pico bello” gepflegten Vorgarten, in welchem sich eine kleine Vorterrasse, umgeben von Palmen und saftig grünen Rasenflächen, befand.

Innen begrüßte uns das Personal des 4-Sterne-Hotels an der kleinen aber feinen Rezeption sehr herzlich. Die Mitarbeiter am Empfang zeigten sich immer wieder bei Wegbeschreibungen oder Ticketverkäufen sehr hilfsbereit taten und uns mit der englischen Sprache einen großen Gefallen. Das Hotel bietet vier verschiedene Zimmerkategorien an und steht auch für Tagungen sowie Hochzeiten als Veranstaltungsort zur Verfügung. Besonders schön gestaltet ist der Innenbereich, welcher in dunkelgrüner Marmoroptik gehalten ist und mit terracottafarbenen Wänden in den Fluren sowie dunkelbraunen Holzlamellen dem ganzen einen pittoresken Charme verleiht. Da so eine Städtereise in mediterranen Regionen, insbesondere in den Sommermonaten, sehr warm und anstrengend werden kann, sorgt der hauseigene Pool im Hinterhof für eine perfekte Abkühlung. Hier verweilten wir ebenfalls auf den bequemen Sonnenliegen und ließen uns bei einem kühlen Drink die Sonne auf den Bauch scheinen.

Zimmer

Nach einem unkomplizierten Check-In am Abend durften wir auch direkt unser Doppelzimmer, das sogenannte “Classic”, beziehen. Dieses lud uns mit seinen dunkelbraunen Holzvertäfelungen an den weißen Wänden und den dunkelgrünen Marmorfliesen sofort ein. Neben einem großzügig gestalteten Kleiderschrank mit Safe im Eingangsbereich, stand uns ein Schreibtisch sowie eine Kofferablage mit Fernseher zur Verfügung. Das Doppelbett knarrte an der ein oder anderen Stelle aber empfing uns jeden Abend sehnsüchtig als Ruhepol nach unseren anstrengenden Sightseeingtrips. Über unserem Bett thronte eingerahmt die Piazza Navona und löste direkt Vorfreude auf unsere Entdeckung durch Rom aus. Das saubere Bad en suite bestach ebenfalls durch seinen römischen Charme aus dunkelgrünen Marmorfliesen, einer Badewanne und den dunkelbraunen Holzlamellen. Diese Fensterläden waren für mich ebenfalls typisch römisch und ermöglichten sowohl Schutz vor der täglich flimmernden Hitze als auch einen herrlichen Blick auf den hauseigenen Pool umgeben von römischen Pinien am Horizont. 

WLAN gibt es hier ebenfalls kostenlos.

Verpflegung

Für unsere Romreise buchten wir das Doppelzimmer nur mit Frühstück. Die erste Mahlzeit des Tages findet im Erdgeschoss des Haupthauses statt, genauer gesagt im hoteleigenen Wintergarten “La Corte degli Archi”. Dieser stach in seiner pittoresken Innenausstattung aus römischer Wandbemalung und aufwendig bestickten Stühlen heraus. Das verglaste Dach sorgt für eine stets helle und freundliche Atmosphäre im Pavillon. Einziger Knackpunkt war hier leider die ständig laufende Klimaanlage, welche das Zusammensitzen ungemütlich gestaltete. Das auf den ersten Blick zwar recht überschaubare, kontinentale Frühstücksbuffet, hielt auf den zweiten alles Wichtige am Morgen für seine Gäste bereit - ob eine große Teeauswahl, verschiedene Säfte, Wurst- und Käseaufschnitte, Obst und Rührei. Dazu ließ ich mir jeden Tag einen frischen Latte Macchiato oder einen Cappuccino schmecken, der von einem der flinken und humorvollen Kellner serviert wurde.

An zwei Abenden entschieden wir uns ebenfalls die hoteleigene Küche zu probieren und gönnten uns ein kostenpflichtiges Dinner (48,00€) am beleuchteten Pool. Abendessen gibt es immer ab 19:30 Uhr. Hier ließen wir es uns mit einer Vorspeise Beef-Tataki mit Brot und einer Hauptspeise aus leckerer Pasta gut gehen.

Vorspeise Bifteki-Tataki
Abendessenkreation mit Käse und Fleisch
Grüne Pasta
Pasta mit Tomatensoße
Kulinarik

Wer in Rom urlaubt, wird nicht verhungern! Pizza, Pasta und jede Menge Eiscreme sind uns wohl von Zuhause unlängst bekannt. Doch so richtig gut schmeckt es eben erst in bella italia! Die italienische Küche gehört wohl zu einer der beliebtesten der Welt. Hier, wo Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Oregano und Basilikum Zuhause sind, welche die mediterranen Speisen verzieren, erlebt der heimische Gaumen wahre Freuden. Nähere Informationen zu den kulinarischen Highlights in Rom findet ihr hier.

Tipps zum Mitbringen

Wer in die italienische Hauptstadt reist, kann sich ein Stückchen Rom auch mit nach Hause nehmen. Ob die vielen Magnete und  Schlüsselanhänger mit Romprints, Taschen im Romlook oder die riesige Auswahl an Postkarten, hier ist für jedes Touristenherz etwas dabei. Solche findet ihr an fast jeder Ecke wie zum Beispiel am Trevi-Brunnen (“Trevi Religious SRL” - Piazza Trevi 82) oder auf der Via della Conciliazione in Richtung Vatikan (“Rotalsele S.R.L. - Via della Conciliazione 12).

Ein Muss ist aber auch der Besuch der kulinarischen Delikatläden und Vinotheken (enoteca), welche die italienische Küche stilvoll verpackt für Zuhause anbieten. Beispielsweise gibt es auf der Piazza Navona (“L’Artigianato” - Piazza Navona 84) oder auf der Piazza Madama (“Enoteca al senato s.r.l. - Piazza Madama N. 6) eine tolle Auswahl an kunterbunten Nudelkreationen in allen Formen und Farben, edle italienische Weine, Liköre und leckere Süßwaren. Hier lohnt es sich auf jeden Fall einmal durchzustöbern und in die Welt der italienischen Genüsse einzutauchen.

Sauberkeit und Sicherheit

Dass Rom ein Müllproblem hat, ist wohl allseits bekannt. Leider fiel mir auch dieser bereits während unserer Taxifahrt zum Hotel auf. Dabei quilten die Müllcontainer meist über und der restliche Abfall lag eher daneben als darin. Somit wirkte das Stadtbild leider schmutzig auf mich - und Müll und Wärme ist übrigens keine gute Kombi!

Immer wieder hörte ich bei meiner Urlaubsrecherche über Rom, dass man sich vor den vielen Taschendieben in Acht nehmen sollte. Glücklicherweise machten wir hier aber keine schlechten Erfahrungen. Dennoch solltet ihr auf eurem Städtebesuch in Rom immer gut auf eure Wertsachen aufpassen! Dies gilt auch vor allem in den Vorstädten der roma capitale, welchen eine hohe Kriminalitätsrate nachgesagt wird. Erspart geblieben sind uns aber leider nicht die ständig nervenden Verkäufer mit ihrem Sammelsurium an Wasserflaschen, Souvenirs, Selfie-Sticks, und Schirmen, welche sich an jeder Ecke inmitten der Touristenmassen tummeln und aufdringlich ihr Zeug verkaufen wollen. Als Ablehnung reicht hier ein einfaches Kopfschütteln oder Vorbeigehen bzw. Ignorieren völlig aus.

Aktivitäten und Ausflugstipps

Ob romantische Gassen und Plätze mit mediterranem Flair, geschichtsträchtige Orte oder antike Bauwerke - in der "Ewigen Stadt" gibt es viel zu erleben und zu entdecken. Die schönsten Aktivitäten und Ausflugstipps in Rom erfahrt ihr hier.

Gesamtbewertung

Zum ersten Mal folgte ich den Spuren der alten Römer und auch mein Weg führte endlich mal nach Rom. Fasziniert von der jahrtausendealten Geschichte und den architektonischen Meisterleistungen, die auf der Weltbühne ihre Spuren hinterlassen haben, begaben wir uns auf eine Zeitreise in die Antike. Begleitet vom Zirpen der Zikaden und einer spätsommerlichen Hitze, tauchten wir begeistert in die Welt der Römer:innen ein. Dabei gefiel mir vor allem die trockene, mediterrane Landschaft mit ihren sanften Kuppeln am Horizont und den typisch römischen Pinien, welche hier und da einen abwechslungsreichen Kontrast ins antike Stadtbild tupfen. Auch wenn man sich die vielen Touristenmassen wegdenken muss, prägt sich bei mir bis heute eine altertümliche, italienische Stadt ein, welche sicherlich noch viele unentdeckte Geheimnisse für ihre Besucher bereithält. Leider war die Zeit für all die geschichtsträchtigen Orte zu knapp aber eins ist sicher -

Arrivederci e a presto Roma!

Nachdem Johann Wolfgang von Goethe seine Sehnsuchtsstadt im Jahre 1786 schweren Herzens wieder verließ, fasste er seine wehmütigen Gedanken in seinem Jahrzehnte später erschienen Buch "Italienische Reise" wie folgt zusammen:

 

„Bei der Abreise fällt einem doch immer jedes frühere Scheiden und auch das künftige letzte unwillkürlich in den Sinn, und mir drängt sich die Bemerkung auf, dass wir viel zu viel Voranstalten machen, um zu leben …“

(Johann Wolfgang von Goethe in seinem Buch “Italienische Reise”)

Infos und Preise

Für eine Woche buchten wir eine Pauschalreise über den Reiseveranstalter JT Touristik und zahlten einen Gesamtreisepreis von 1.349,90€. Der Preis setzt sich aus Hin- und Rückflug mit der Airline Eurowings und einer 5-tägigen Unterbringung mit Frühstück im 4-Sterne-Hotel zusammen. Eine Reiseleitung namens “Acaampora Travel” war ebenfalls im Reisepreis enthalten, welche wir aber nicht in Anspruch nahmen. Hinzu kommen natürlich noch diverse Ausgaben für Verpflegung, Taxifahrten (ca. 60,00€), Eintrittsgelder, Souvenirs und Briefmarken, sodass wir zusätzlich bei einem finalen Gesamtreisepreis von rund 2.000€ landen.

Briefmarken-Fettnäpfchen

Als leidenschaftliche Postkartenautorin musste ich natürlich auch von hier aus ein paar römische Grüße an meine Familie und Freunde versenden. Dabei kaufte ich die Briefmarken für schlappe 1,30€ pro Stück (!) in einem Souvenirladen. Trotz des hohen Preises, welchen ich in Kauf nahm, fiel noch eine Besonderheit auf. Die grün umrandeten Briefmarken trugen die Aufschrift “Post only in GPS Mail Box”, was so viel bedeutete, dass wir diese nicht in die roten, italienischen Briefkästen einwerfen durften, sondern in die extra dafür vorgesehenen GPS Postkästen. In der Hoffnung, dass diese auch ankamen, folgten wir der Aufschrift. Doch reingefallen! Nach meiner Rückkehr wunderte ich mich über den langen Postweg und recherchierte darüber. Immer wieder las ich etwas über dubiose Tabakläden, in welchen die Briefmarken verkauft werden und erst Wochen oder sogar Monate später ankamen, wenn überhaupt! Unglücklicherweise machten meine Postkarten wohl auch ohne mich eine Weltreise während ich schon wieder längst Zuhause im kalten Deutschland saß. Die letzte trudelte dann erst satte drei Monate später ein! 

Achtung: Um solch lange Ankunftszeit der Postkarten zu vermeiden und euch das Geld zu sparen, empfehle ich euch die Briefmarken lieber in den offiziell italienischen Postämtern zu kaufen und eure Postkarten in die roten Briefkästen einzuwerfen.

Hinweis: Die Preise und Angebote unterliegen saisonalen Schwankungen und sind daher nur als Richtwert anzusehen. Sie galten nur zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes. Alle anderen Angaben sind ohne Gewähr. Aktuelle Informationen unter: www.grandhotelgianicolo.it/en

Fakten

Zimmerkategorien: 4

Restaurants: 1

Seminarräume und Eventlocations: 2

Erholungsorte: 1 Swimmingpool, 1 Poolbar, Hotelgarten

Adresse

Grand Hotel del Gianicolo
Via delle Mura Gianicolensi 107
00152 Roma RM
Italia

Arrivederci, Eure Julia!

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Kategorien

  • Städtetrips
  • Rom

Es war sehr faszinierend auf den Spuren der alten Römer unterwegs zu sein. Am besten hat mir der Platz rund um das Kolosseum gefallen und Rom ist halt typisch Rom. Laut, voll und warm! Enge Gassen zum Verlaufen und das weltbeste Essen machen diese Stadt zu einem kulturellen und kulinarischen Genusserlebnis. Ich kann nur jedem einen Besuch in der italienischen Hauptstadt empfehlen!”

(Julia)

“Bella Roma! Mille grazie für eine großartige Reise in die Ewige Stadt. Die wichtigsten Stationen haben wir erkundet und fanden morgens und abends einen Ruhepol in unserem kleinen aber auch feinen Hotel. Ein toller Städtetrip!”

(Daniela)

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