Avignon

Wie Gott in Frankreich - Die etwas andere Studienfahrt in die französische Provence

Rustikale Bergdörfer eingebettet in mediterraner Landschaft mit einem Hauch von Lavendelduft, dabei klangvoll begleitet vom Zirpen der Zikaden in der flimmernder Hitze - die Provence in Frankreichs Süden hat ein bezauberndes Flair, welches nicht nur Stars und Sternchen, sondern auch viele Touristen jedes Jahr in den Bann zieht. 

Auch wir, mein Französischkurs, stimmten unsere Französischlehrerin erfolgreich um, nicht wie jedes Jahr die obligatorische Fahrt nach Paris zu machen. Nein! Wir wollten ins Warme und möglichst nahe der Côte d’Azur. Gesagt, getan! Im Juli (01.07. – 06.07.2012) 2012 machten wir uns dann endlich auf in den Süden. Wir, der Französischkurs der 10. Klassen, reisten zusammen mit unserer Französischlehrerin und den Klassenlehrern los.

Bienvenue á Avignon – Willkommen in der Stadt der Päpste!

Im Südosten Frankreichs sonnt sich eine prächtig altertümliche Stadt unter der provenzalischen Sonne. Beschützt durch eine rundlich angeordnete, mittelalterliche Befestigungsmauer thront Avignon. Geteilt durch die Rhône befindet sich die Stadt im Département Vaucluse und macht gleichzeitig die Größte in der Region aus. Zudem kann sie sich stolz zu den fünf größten Städten in der Provence zählen. Bedeutung erlangte Avignon durch seinen hohen Besuch, denn im frühen 14. Jahrhundert „regierten“ hier die mächtigen katholischen Päpste. Nicht umsonst wird die schöne französische „Ville“ als „die Stadt der Päpste“ bezeichnet. Wem das doch alles ein bisschen zu lange her ist und mit all dem nichts anfangen kann, dem sollte durch eine ganz besondere Ikone des vergangenen Jahrhunderts die Stadt ein Begriff sein. Schon im deutschen Volksmund galt die französische Erfolgssängerin Mireille Mathieu als „der Spatz von Avignon“ und gleichzeitige Tochter der Stadt. Neben vielen weiteren berühmten Persönlichkeiten wurde zum Beispiel auch der französische Modedesigner Christian Audigier hier geboren. Wie es auch mit anderen Luxusorten an der Côte d’Azur so auf sich hat, blieb auch Avignon nicht vor den Filmemachern sicher. So wurde die Bahnhofsszene für den Film „Mr. Bean macht Ferien“ aus dem Jahre 2007 in Avignon gedreht.

Anfahrt

Aus Richtung Harz kommend, erreicht man Avignon per Bus in ca. 17 Stunden, beispielsweise über die A7 über Kassel, die A5 über Frankfurt/Main, weiter über das Saarland, Elsass/Lothringen, die französische A36 sowie die A6, die A7 durch Lyon und die A9. Dies ist natürlich vom Verkehr und gewählter Strecke sowie gewähltem Verkehrsmittel unterschiedlich. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten anzukommen. Man sollte sich daher vorher die genaue Strecke aussuchen, um möglichst viel Zeit am Urlaubsort zu verbringen. Bei der Busfahrt müssen natürlich auch die regelmäßigen Stopps, alle zwei Stunden, sowie der Fahrerwechsel beachtet werden.

Nach unserem Start am Nachmittag (15:00 Uhr) hielten wir unterwegs an sämtlichen Raststätten, da wir eine Nachtfahrt vor uns hatten. Ich kann euch sagen, dass es deutlich bessere Orte gibt, als bei Mcdonald's auf dem Damen-WC seine Zähne zu putzen. Auch das Schlafen im Bus war eine Qual. Ich muss zugeben, dass ich das noch nie konnte. Als dann langsam, aber sicher Ruhe einkehrte und die ersten schliefen, versuchte auch ich mein Glück, nachdem ich mit jemanden den Platz tauschte und einen freien Zweisitzer für mich hatte. Doch da geht’s schon los! Wie soll man überhaupt liegen, ohne jedes Mal vom Ruckeln des fahrenden Busses aufgeweckt zu werden? Und überhaupt, das Kissen lag nicht richtig, man war nicht allein, das Fahrgeräusch nervte und und und. Die Nacht kroch dahin und so eine Nacht kann ganz schön lang werden! Jede Stunde schaute ich auf die Uhr. Geschlafen hatte ich also kaum.

Als die Dämmerung langsam einsetzte, blickte ich gespannt aus dem Fenster. Etwas hatte sich plötzlich verändert – die Vegetation! An den Straßen und Kreisverkehren zierten sich mediterrane, fast wüstenartige Pflanzen. Die Landschaft wurde trockener. Doch von oben sah es ganz anders aus. Erschrocken wachte unsere Französischlehrerin auf, welche selbst mit einem Franzosen verheiratet war und die Gegend bereits gut kannte, und wunderte sich über die grauen Regenwolken, die schon ein paar Tropfen verloren hatten. „Hier regnet es nie!“, sagte sie entsetzt. Ich aber blieb zuversichtlich. Gegen 07:00 Uhr morgens kamen wir dann endlich an. Doch Check-In in unserem Hotel war erst gegen Mittag möglich, sodass wir uns noch die Beine in unseren verschwitzten Klamotten in der Stadt vertreten mussten. 

Hinweis: Wer einen Trip mit dem Auto nach Frankreich plant, sollte sich unbedingt den mautpflichtigen Autobahnen bewusst sein. So sind auf der Strecke nach Avignon beispielsweise die A36, A6 und die A7 gebührenpflichtig. Mautfreie Streckenabschnitte liegen auf der französischen A36 zwischen Mandeure und Bessoncourt. Um sich einen besseren Überblick über Strecken, Preise und Zahlungsarten zu verschaffen, dem empfehle ich folgenden kostenlosen Routenplaner unter: www.frankreich-trip.com/autobahngebuehr-routenplaner oder www.france.fr/de/nuetzliche-tipps/mautgebuehren-frankreich

Verkehr

Wenn wir schon beim Thema Verkehr sind, sollte euch eins gesagt werden! Da wir uns hier im Süden Europas befinden, ticken die Fahrweise der Franzosen bzw. besser gesagt, das Temperament hinterm Steuer, etwas anders als bei uns. So sahen wir am Straßenrand zahlreiche verrückt parkende und halb demolierte Fahrzeuge, die sicherlich schon die ein oder andere rasante Fahrt hinter sich hatten.

"Ich kann mich noch genau an eine witzige Szene erinnern, die uns zum peinlichen Fremdschämen brachte. Auf einer großen Ampelkreuzung in Avignon, direkt vor unserem Hotel, warteten wir auf unser grünes Licht. Doch die Straße wurde von einer Frau samt Auto blockiert. Sie musste wohl zuvor in der Kolonne bei Grün zu weit vorgefahren, aber nicht mehr über die Kreuzung gekommen sein, da die Ampel in der Zeit wieder auf Rot sprang. Schockiert schaute sie sich an den Fingernägeln kauend um, was sie nun tun sollte. Sie sah ja hinter sich die Ampel nicht mehr. Wild hupend regten sich die anderen Franzosen hinter ihr auf, die ihr sicherlich klar machen wollten, dass sie wieder Grün hatte. Wir beobachteten lachend die äußerst unangenehme Situation der Frau, die sich aber dann doch traute loszufahren und die Kreuzung wieder räumte."

Wetter

Trotz ein paar wenigen Regenwolken, die sich schnell an unserem Ankunftstag verzogen hatten, zeigte sich die Sonne die ganze Zeit über von ihrer strahlendsten und mediterransten Seite. Über 30 °C erreichte das Thermometer täglich. Hierbei kamen wir teilweise ganz schön ins Schwitzen. Dennoch machte das subtropische Klima alles zu einem wunderbaren Aufenthalt.

Hinweis: Bei diesen heißen Temperaturen im Sommer, solltet ihr unbedingt an ausreichend Flüssigkeit denken!

Hotel

Auf unserer Studienfahrt diente das 3-Sterne „Etap Hôtel“ als unsere Unterkunft. Ein typisches Bed ‘n` Breakfast-Hotel, welches mit seiner zwar schlichten Einrichtung aber dennoch zentralen Lage ideal für Städtetrips mit kleinem Geldbeutel geeignet ist. Die Zimmer sind alle im weiß-grünen Stil gehalten. In der Lobby befindet sich eine kleine Bar sowie ein kleiner gefliester Raum mit blauen Sitzhockern, in welchem das Frühstück angeboten wird. Das „Etap Hôtel“ besitzt kein eigenes Restaurant. Doch um sich in Avignon selbst zu verpflegen, ist es von hier aus nicht weit bis in die Altstadt, denn nur rund 1,5km zu Fuß trennen das Hotel vom Zentrum.

Zimmer

Ich teilte mir mit zwei Klassenkameradinnen ein Doppelzimmer mit Blick auf die Hauptstraße, welches sehr hell und freundlich gestaltet war. Der enge Flur führte einen am Bad vorbei zum Doppelbett, in welchem ich und meine Reisebegleitung schliefen. Darüber befand sich ein weiteres doppelstockartiges Einzelbett („die Hutablage“), welches unsere Mitbewohnerin nutzte. Darüber hinaus verfügte das Zimmer über einen Schreibtisch mit Stuhl und ein TV. Das Bad war mit WC, Waschbecken und Badewanne ausgestattet.

Leider wurde in unserem Bad mein persönliches Handtuch von Zuhause vermutlich von der Reinigungskraft entwendet. Dies meldete ich auf Französisch mit „Ma serviette n’est pa là!“ an der Rezeption. Doch leider konnte mir die Mitarbeiterin nicht garantieren, dass es nach der Wäsche wieder auftauchen würde. Dies war dann auch leider der Fall. Schade!

Verpflegung

Im Hotel hatten wir lediglich Frühstück als Verpflegung. Da die Franzosen ihre erste Mahlzeit am Tag gerne süß mögen, gab es hier morgens meist die typisch süßlichen Weißbrote, welche mehr an ein Milchbrötchen erinnerten. Die Erdbeermarmelade war hierbei in kleinen Plastiktütchen verpackt und machte den Toast noch süßer als süß! Wie es sich aber für ein kontinentales Frühstück gehört, bot uns das Buffett natürlich auch Cornflakes, Brötchen, Kakao, Orangensaft, Nutella und, na klar, Kuchen!

Unterwegs in Südfrankreich stärkte ich mich meist mit einem, klar was sonst, Baguette. Egal, ob mit Tomate-Mozzarella, Schafskäse oder anderen leckeren Dingen belegt – sie gab es eigentlich an jeder Ecke. Eine kleine Pizza to go oder ein frischer Tomatensalat getränkt in Olivenöl taten auch ihr Gutes.

Doch ein kulinarisches Highlight, war unsere eigens organisierte Käseverkostung am Ufer der Rhône. Direkt gegenüber des „Palais du Pape“ an der „Pont Édouard Daladiere“ saßen wir auf Picknickdecken am Abend zusammen und ließen es uns gut gehen. Unsere ortskundige Französischlehrerin hatte zuvor Baguettes und ausreichend verschiedene Käsesorten besorgt, um uns kulinarisch auf den Stand zu bringen, welchen Käse die Franzosen gerne haben. Dabei wird man ganz schön satt! Herrlich war dabei natürlich auch das sommerliche Abendflair und der Vollmond, welcher die Rhône bei Einbruch der Dämmerung hell erleuchtete. 

Einkaufsmöglichkeiten

Neben all dem Sightseeing blieb uns auf der Studienfahrt selbstverständlich auch viel Zeit zum Bummeln. Begleitet vom französischen Charme, entdeckten wir in Avignon vielfältige Shoppingmöglichkeiten. So schmökerten wir gefühlt stundenlang in den Touristenläden der Stadt herum. Beispielsweise findet man neckische Souvenirartikel für Zuhause im Shop „Avignon Souvenirs“ am „7 Place du Palais des Papes“. Auch Modeläden auf der „Rue de la République“ laden zum ausgiebigen Einkaufsbummel ein. So besuchte ich die französische Boutique „Jennyfer“, in der ich mir zwei süße T-Shirts (ca. 16€) für den Sommer kaufte. Der Modeladen ähnelt ungefähr dem Style der Marken „New Yorker“ und spricht daher eher Jugendliche an.

Hinweis: Neben all diesen neckischen Läden, die Avignon zu bieten hat, solltet ihr aber auf die vielen Straßenhändler aufpassen, die einem schnell etwas aufschwatzen wollen.

Tipps zum Mitbringen

Wer in den Süden Frankreichs reist, kann sich ein Stückchen Provence auch mit nach Hause nehmen. Ein Muss ist daher der Besuch der vielen Lavendel-Shops, die es nicht nur in Avignon, sondern auch in allen anderen Orten in der Region zu finden gibt. Hier kann man sich vom himmlischen Duft der allseits geschätzten Pflanze verwöhnen lassen. Dabei könnt ihr zwischen Lavendel-Produkten wie Parfum, Seifen, Lavendelsäckchen oder Handtüchern mit Lavendel-Stickereien wählen. Ihr seht, die „Welt des Lavendels“ ist unglaublich vielfältig. 

Aktivitäten und Ausflugstipps

Vor den Toren Avignons quartierten wir, wie bereits erwähnt, im „Etap Hôtel“ und wer Avignon zum ersten Mal besucht, dem wird ein Bauwerk gleich zu Beginn besonders ins Auge fallen. Wie es im Mittelalter so üblich war, wurde die Stadt durch eine große Befestigungsmauer beschützt. Der eindrucksvolle Mauerring umrundet in über 4 Kilometern Länge den Kern Avignons.  Die Stadtmauer, welche aus lokalem Kalkstein erbaut wurde, wechselt sich in ihrer Architektur mit Wachtürmen und Stadttoren ab. Schon zu Bauzeiten, sollte sie nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Schutze vor Hochwasser der Rhône dienen. Aufgrund ihrer baulichen Vollständigkeit ist sie eine der besterhaltenen Anlagen in ganz Europa! Ein Spaziergang zu Fuß oder mit dem Rad rund um die Befestigungsmauer lohnt sich allemal.

Über das „Porte Saint-Roch“, welches uns gegenüber dem Hotel den Eingang zur Altstadt erlaubte, machten wir uns auf Entdeckungstour durch das centre historique. Avignon erweckte auf den allerersten Eindruck einen äußerst typisch französischen Charme. Die Stadt verzaubert uns auf dem Weg in die Altstadt mit seinem Kopfsteinpflaster; den bunten Fensterläden, die die alten und bröckeligen Häuserfassaden aufhübschen; sowie den vielen kleinen, neckischen Läden, die zum Bummeln einladen. Dabei wurden wir stets durch eine ganz besondere Baumart begleitet – die Platanen. Diese großen und schattenspendenden Bäume mit ihren ahornähnlichen hellgrünen Blättern verlieren besonders viel Rinde (Borke) im Sommer, die dann überall auf den Straßen und Fußwegen herumliegt. Ich wunderte mich darüber sehr, da ich so etwas noch nicht zuvor gesehen hatte. Aber keine Sorge, diese Bäume sind nicht etwa krank! Es ist ein ganz natürlicher Prozess des Baumes. Sehen kann man diese in einer großen Vielzahl zum Beispiel entlang des „Boulevard Raspail“.

Leere Einkaufsstraße mit Platanen
Mediterrane Hausfassade mit roten Fensterläden und schattigen Platanen
Mediterranes Haus unter Platanen

Wir folgten der Hauptmeile „Rue de la République“ in Richtung „Place de l‘Horloge“ – dem Marktplatz von Avignon. Dieser neckische kleine Platz erwachte bei unserem frühzeitigen Stadtrundgang gerade erst. Die Restaurant- und Cafébesitzer begannen in aller morgendlicher Ruhe die Tische und Stühle herauszustellen oder frische Lieferungen anzunehmen. Alles ließ sich in einer herrlichen Seelenruhe bestaunen. Dabei reiht sich auf dem gemusterten Kopfsteinpflaster ein Lokal ans Nächste.

Inmitten des „Place de l’Horloge“ kann man auch das „Hôtel de ville“ – das Rathaus Avignons – betrachten, welches mit seinen französischen Fahnen stolz auf dem Markt thront.

Wer dem Platz rechter Hand weiter folgt über zwei kleine engere Gässchen, wie zum Beispiel der „Rue Gérard Philippe“, kann nun das Prächtigste vom Prächtigen bestaunen, das Avignon zu bieten hat. Hinter den engen Gassen machte sich der „Place du Palais“ vor uns auf. Wie der Name schon sagt, ahnt sicherlich jeder, welches Gebäude hier die Altstadt überragt – der „Palais du Pape“. 

Um erst einmal die imposante Größe des Bauwerkes zu betrachten, verweilten wir eine kurze Zeit auf dem Platz. Eingestimmt für unser französisches Abenteuer wurden wir in den Morgenstunden von zwei älteren Herren, die uns gemütlich in der Sonne sitzend vor dem Papstpalast mit französischen Klängen auf dem Akkordeon entzückten.

Doch dann wollten wir den prächtigen Papstpalast auch endlich von Innen bestaunen. Erbaut im 14. Jahrhundert im prunkvollen Gotik-Stil, demonstrierte der Papstpalast seinen damaligen Sitz der Christlichen Welt.  Eine Reihe von Päpsten lebten hier im französischen Exil. Unterteilt in den Alten und Neuen Palast, gehört die Anlage hinsichtlich der Nutzfläche zu der größten ihrer Art. Kein Wunder, dass der majestätische „Palais du Papes“ Teil des UNESCO-Weltkulturerbe ist. Man sagt, dass der Palast zwar von außen eher einer gotischen Festung gleicht, von innen aber wie ein prunkvolles Schloss wirkt. Die Päpste haben sich hier nicht lumpen lassen. Anhand des sehr verschachtelten und komplizierten Innenaufbaus kann man bei einem Besuch leicht den Überblick verlieren. Dennoch, gewappnet mit Audioguides machten wir uns ebenfalls auf Entdeckungstour in den heiligen Gemäuern. Dabei lassen sich der Kreuzgang, Kapellen, Audienzsäle, ein riesiger Speisesaal sowie die privaten Gemächer der Päpste bestaunen. Allerdings muss ich zugeben, dass laut meinen Erinnerungen, die Inneneinrichtung sehr kahl wirkte, im Gegensatz zum früheren Dekor der heiligen Herrschaften. Denn viele der wertvollen Kunstschätze, Malereien und Antiquitäten wurden über die Jahrhunderte verscherbelt, geplündert und geraubt. Dennoch nutzt man heute den Papstpalast als Schauplatz für regelmäßige Ausstellungen und Konzerte. 

Aber nicht nur das Innere des Palastes ist eine Besichtigung wert, auch die Außenanlage hat etwas zu bieten. Da die machtdemonstrierende Schlossanlage erhöht angelegt wurde, ist sie auch von zahlreichen, gepflegten Gärten umgeben („Rocher des Doms“) und bietet herrliche Ausblicke über die Stadt. An Aussichtpunkten wie dem „Point de Vue direction Pont d’Avignon“ oder der Aussichtsplattform „Belvédère panoramique Rhône“ kann man eine wunderbare Sicht auf weitere Highlights Avignons genießen. 

Nach einer anderthalbstündigen Pause inmitten der wunderbaren französischen Altstadt sowie unserem Hotel Check-In, nahmen wir uns auch gleich die nächste Sehenswürdigkeit vor. Die sogenannte „Pont d’Avignon“ oder „Pont Saint-Bénézet“ ist wohl „die“ Brücke schlechthin, welche für jede Avignon-Postkarte Modell gestanden hat. Schon beim Blick vom Papstpalast schweift das Auge über diese markante Brücke, welche nur eine Ruine einer Bogenbrücke aus dem 12. Jahrhundert darstellt. Sie verband einst die Rhône, doch durch zahlreiche Hochwasser wurde die mittelalterliche Brücke immer wieder beschädigt und später nicht wieder aufgebaut. Für Touristen ist dieses berühmte Stück dennoch gegen einen kleinen Aufpreis betretbar. Mit dem kleinen „Avignon Pass“ (3,50€) kann man auf der Brückenruine herumschlendern und den herrlichen Ausblick auf den Fluss sowie das Panorama Avignons mit seinem gigantischen Papstpalast genießen. Selbstverständlich ist die „Pont Saint-Bénézet“ ein Wahrzeichen Avignons und steht bereits seit einiger Zeit unter Denkmalschutz.

Zu guter Letzt sollte in meinen Augen ein Spaziergang entlang der Stadtmauern sowie des Rhône-Ufers nicht fehlen. Schattige Plätzchen dank der hohen Mauern und Baumalleen, gepflegte Rasenflächen und abwechslungsreiche Attraktionen wie zum Beispiel das Riesenrad am „Boulevard de l’Oulle“ laden zum ausgedehnten Spaziergang ein. Auch die Rhône selbst ist ein entspanntes Örtchen, um sich einfach mal auf einer Bank oder der zahlreichen Rasenflächen auszuruhen. Die Insel „Île de la Barthelasse“ schlängelt sich an ihrem Ende zungenartig zwischen Avignon hindurch und bietet ebenfalls einen wundervollen Ort, um ein wenig der Stadt zu entkommen und die Seele baumeln zu lassen.

Bei so viel Kulturprogramm sollte jedem einleuchten, dass Avignon selbst als Kulturhauptstadt Europas feierlich im Jahre 2000 ernannt wurde.

Weitere Aktivitäten und Ausflugstipps rund um Avignon erfahrt ihr hier.

Gesamtbewertung

Was für eine Studienfahrt! Zum ersten Mal besuchte ich glücklicherweise Frankreich und dann noch die wohl schönste Ecke des Landes. Bis heute zehre ich von den Eindrücken der wunderschönen Landschaft und malerischen Gegenden, da ich eh ein großer Fan der mediterranen Lebensart bin. Auch wenn die Zeit in dem ein oder anderen Städtchen knapp bemessen war, erlebten und sahen wir viel und der Geschmack auf mehr wurde definitiv geweckt. Südfrankreich birgt noch so viele sehenswerte Orte in sich, die nur darauf warten, besucht zu werden. ich werde auf jeden Fall wiederkommen!

Infos und Preise

Für 3 Übernachtungen inklusive Frühstück zahlten wir einen Gesamtpreis von rund 264€. Der Preis setzt sich aus der 3-tägigen Unterkunft mit kontinentalem Frühstück sowie der Busfahrt zusammen. Bettwäsche und Handtücher waren im Hotelpreis inbegriffen, lediglich eine Kaution in Höhe von 15€ musste vor Ort im Hotel gezahlt werden. Unterwegs galt Selbstverpflegung bei Mittag- und Abendessen. Bitte beachtet hierbei auch, dass es sich um eine Gruppenreise handelt und somit die Preise für Individualreisende unterschiedlich ausfallen können. Da diese Reise im Rahmen des Schulprogramms stattfand, galt zusätzlich ein Reisekostenzuschuss durch das Landesverwaltungsamt. 

Hinweis: Die Preise und Angebote unterliegen saisonalen Schwankungen und sind daher nur als Richtwert anzusehen. Sie galten nur zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes. Alle anderen Angaben sind ohne Gewähr.

Fakten

Zimmerkategorien: 3

Bar: 1

Adresse

Etap Hôtel/Hôtel ibis budget Avignon Centre
8 Boulevard Saint Dominique
84000 Avignon

Achtung: Das „Etap Hôtel“ wurde mittlerweile von einem anderen Eigentümer übernommen und heißt jetzt „ibis budget Avignon Centre“ und wird nun mit 2 Hotelsternen bewertet. An der Inneneinrichtung der Zimmer hat sich allerdings kaum etwas geändert. 

À bientôt! Eure Julia

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