Seit dem 19. Jahrhundert fährt sie unermüdlich rauf und runter, hin und her. Mit 11 Linien und 270 Stationen gehört die Londoner U-Bahn heute zur dritt längsten und ältesten der Welt. Mit Spitzen-Taktzeiten von 2 Minuten transportiert sie als sicheres Verkehrsmittel täglich tausende von Pendlern, Touristen, Geschäftsleuten und Schulklassen auf der größten Netzlänge europäischer Bahnen. Dabei war es ein simpler Angestellter der “London Transport Organisation”, welcher sich in den 1930ern ein Liniennetzplan für London überlegte. Obwohl er dafür noch zuvor belächelt wurde, hat sich bis heute kaum etwas an seiner Verwendung geändert. Als wichtiges Aushängeschild gelten dabei die berühmten Haltestellenschilder. Das Logo mit seinem roten Kreisring, einem quer darüber liegenden dunkelblauen Balken und dem Stationsnamen in weißer Schrift hebt sich als markantes Erkennungsmerkmal hervor. Mitten im Herzstück Londons leistet die berühmte London Underground täglich ihre Dienste. Die “Tube”, wie sie im Volksmund genannt wird, verbindet dabei vor allem die Vororte nördlich der Themse mit der Innenstadt.
Wenn ihr euch also auf Tour mit der Londoner Underground begeben wollt, empfehle ich euch zunächst eine entsprechende “Travelcard” zu besorgen. Diese gibt es sowohl ganztägig als auch für 7 Tage oder länger. Mit der “Day Travelcard” könnt ihr zum Beispiel zusätzlich den Stadtbus nutzen und innerhalb der gewählten Tarifzonen so viel hin- und herfahren, wie ihr wollt. Dabei gibt es selbstverständlich auch entsprechende Vergünstigungen für Kinder und Studenten. Auch wir nutzen die von unseren Lehrern ausgehändigte U-Bahn-Tageskarte (Childgroup, Group Day Ticket anytime). Dieser kleine rosafarbene Fahrschein ermöglicht es euch überall in kürzester Zeit durch London zu kommen.
Doch einfach zur U-Bahn gehen und einsteigen, wie in Deutschland ist nicht! Bevor ihr euch überhaupt in die Tiefen der Untergrundtunnel begeben könnt, müsst ihr euer Ticket jedes Mal erneut an den automatischen Ticketbarrieren scannen lassen. Dies gilt sowohl beim Wegfahren, als auch beim Ankommen. Falls es bei dem ein oder anderen Mal Schwierigkeiten gibt, der sollte keinen Grund zur Sorge haben. An den U-Bahn-Stationen arbeiten genügend Mitarbeiter, die euch sowohl beim Fahrscheinverkauf oder am Infopoint unterstützen können.
Wer einmal mit dem Ticket durch die Barriereschalter kommt, wird schnell merken, dass einen der Weg nach unten äußerst lang vorkommt. Mich erstaunten die schier endlosen Rolltreppen, die uns hinab in die Tiefe begleiteten. Oft war es auch nicht nur eine steile Rolltreppe, die uns hinunter zur Bahn beförderte. Das begründet auch die Tatsache, dass die Londoner U-Bahn als Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg diente. Einziger Knackpunkt: Aufgrund der langjährigen Historie, sind viele der älteren U-Bahn-Stationen nicht sehr barrierefrei ausgebaut.
Und noch etwas fällt auf. Anders als in Deutschland, wo oft Müll und Graffitibeschmierungen die Gänge verunstalten, überraschten mich hier zudem die vielen sauberen und bunt gefliesten U-Bahngänge. Dabei tummelten sich auch keine obdachlosen Bettler in den Ecken, was sicherlich den Ticketschaltern am Eingangsbereich zugrunde geht. Auffällig waren auch die Polizisten, welche zur Sicherheitskontrolle oft an den U-Bahnen ihre Wache hielten.
Apropos Sicherheit - eine Besonderheit, welche es in Deutschland so nicht gibt, sind die häufigen Glaswände an den Bahnsteigrändern. Leider hat dies einen traurigen Hintergrund. Um verhäufte Suizidversuche zu verhindern, errichtete man diese halb U-bahnförmigen Abtrennungen zwischen Bahnsteig und Gleis. Trifft die U-Bahn ein, hält sie exakt an den vorgesehenen Bahnsteigtüren.
Dass die U-Bahn fast ständig im Einsatz ist, erwähnte ich bereits. Pünktlich wie die Schweizer Uhren startet sie an Werktagen gegen 05:00 Uhr morgens und endet ihre Fahrten um ca. 01:00 Uhr nachts. Sonntags kann man mit Fahrten zwischen 7:00 und 24:00 Uhr rechnen. Dabei kann ich immer noch mit Bewunderung und Erstaunen die Spitzen-Taktzeit von 2 Minuten bestätigen. Kaum gelangten wir im tiefen U-Bahntunnel an, traf die Bahn gefühlt nach einem Wimpernschlag schon ein. Selten wartet man tagsüber länger als 4 Minuten. Am Abend sollte man schon etwas mehr Zeit einplanen. Dann kann sich auch die Wartezeit auf bis zu 10 Minuten verlängern. Seit 2016 sind auch die Night-Tubes im Einsatz.
Um sich erstmal in London überhaupt orientieren zu können, dem lege ich eine “Tube map” (ca. 3,99£) ans Herz. Mit diesem kleinen Plan in der Hand gestaltet sich die U-Bahnfahrt in kürzester Zeit als sehr einfach. Jede bunt gekennzeichnete Linie steht dabei für eine U-Bahn-Strecke, die meist durch die ganze Stadt führt. Die kreisrunden Knotenpunkte markieren dabei die entsprechenden Umstiegspunkte, bei der man von der einen U-Bahn in die andere wechseln kann. Wir hielten uns hauptsächlich im Londoner Stadtteil “West End” auf, dort wo sich auch die meisten Sehenswürdigkeiten befinden.
Im Folgenden gebe ich euch einen kleinen Überblick, wie ihr mit der U-Bahn die berühmtesten Sehenswürdigkeiten in kürzester Zeit erkunden könnt:
Rote Linie = Central | Tottenham Court Road → Dominion Theatre St. Paul’s → St. Paul’s Cathedral Bond Street → Oxford Street |
Mittelblaue Linie = Victoria | Green Park → Green Park, Buckingham Palace |
Graue Linie = Jubilee | London Bridge → London Bridge, HMS Belfast, London Bridge (Hauptbahnhof), Tower Bridge, Shakespeare’s Globe Theatre Waterloo → Waterloo Station, London Eye, Westminster Bridge Westminster → Westminster Bridge, Big Ben, Palace of Westminster, Westminster Abbey Green Park → Green Park, Buckingham Palace Bond Street → Oxford Street |
Dunkelblaue Linie = Piccadilly | Piccadilly Circus → Piccadilly Circus Green Park → Green Park, Buckingham Pala Covent Garden → Covent Garden |
Braune Linie = Bakerloo | Piccadilly Circus → Piccadilly Circus Baker Street → Madame Tussaud’s Charing Cross → Trafalgar Square Embankment → Themse, Cleopatra’s Needle, Hungerford Brige, Waterloo Bridge, London Eye Baker Street → Madame Tussaud’s |
Gelbe Linie =Circle | Tower Hill → Tower of London, Tower Bridge Westminster → Westminster Bridge, Big Ben, Palace of Westminster, Westminster Abbey St. Jame’s Park → St. Jame’s Park, The Mall, Horse Guards Parade, Admiralty Arch Baker Street → Madame Tussaud’s King’s Cross St. Pancras → Harry Potter Gleis 9 ¾ |
Grüne Linie = District | Westminster → Westminster Bridge, Big Ben, Palace of Westminster, Westminster Abbey St. Jame’s Park → St. Jame’s Park, The Mall, Horse Guards Parade, Admiralty Arc |
Ihr seht, mit diesen U-Bahn-Linien seid ihr wirklich gut dabei, die wichtigsten und schönsten Sights in London zu entdecken. Außerdem machen die fast gleichnamigen Stationen die Sightseeing-Tour zu einem Kinderspiel. Da ich mich zwei Tage in London aufhielt und zusammen mit meiner Reisebegleitung unsere Travelcards zum Glühen brachte, haben wir in kürzester Zeit wirklich viel gesehen. Es ähnelte schon einem “Sightseeing-Marathon” durch London. Selbstverständlich könnt ihr euch genügend Zeit nehmen, um keinen Stress und keine Hektik beim Städtetrip zu verspüren. Aufgrund der Vielzahl an Linien dürft ihr natürlich nach Belieben auch andere U-Bahn-Strecken nutzen.
Hinweis: Die Preise und Angebote unterliegen saisonalen Schwankungen und sind daher nur als Richtwert anzusehen. Sie galten nur zum Zeitpunkt meines Aufenthaltes. Alle anderen Angaben sind ohne Gewähr. Aktuelle Informationen unter: www.tfl.gov.uk
Lust auf eine Sightseeing-Tour geweckt? Hier erfahrt ihr alles über die coolsten Attraktionen Londons.